Dinge, die ich nie von mir gedacht hätte: dass ich tatsächlich mal anfange, Historical Romance (oder anders gesagt: alterstümlichen Kitsch in opulenten Kleidern) zu lesen. Aber als ich via Zufall „Ein Kuss von dir“, geschrieben von Christina Dodd, aus dem Regal zog und das Cover so betrachtete, musste ich einfach einen Blick hineinwerfen – nur schon alleine deshalb, um nicht weiter aufs Cover schauen zu müssen, welches mich doch irgendwie verstörte: eine blonde Frau, die sich knieend zurücklehnt, um ihren Kopf an der Brust eines Mannes zu wiegen, für den sie offensichtlich heissblütig entflammt ist. Der Mann steht seitlich, sein Hemd rutscht neckisch von der uns zugewandten Schulter (wohl der Fairness halber befinden sich ihre Brüste auch mehr ausserhalb als in ihren Kleidern; irgendwie fällt es mir schwer, auf diesem Titelbild mehr als Titten und Blumen zu erkennen) und sein Schulter-Nacken-Rückenbereich wirkt unnatürlich unproportional und allzu kantig. Schlechter Fotoshopper oder echtes Rückenleiden? Naja, und Blumen, Bäume, Blätter: das Paar wird von einem äusserst floralen Hintergrund eingehüllt.
Mehr Kitsch geht hier ebensowenig wie noch mehr Brüste gehen würden, ohne ein weiteres Nipplegate hervorzurufen: mein erster Eindruck von „Ein Kuss von dir“ war also denkbar schlecht.
Aber dann habe ich es doch tatsächlich angelesen – und nicht mehr aufgehört, bis ich diesen Historical-Romance-Roman komplett gelesen hatte.